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 THERAPIE
Tinnitus
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Hyperakusis
Schwerhörigkeit

GEMEINSCHAFTSPRAXIS DR. B. ZENNER, R. LEUCHTWEIS
 

Hyperakusis

Grundlage der Hyperakusis ist eine verzerrte Signalweitergabe (distorsion product) des Innenohres zum Gehirn ab einem individuellen, niedrigen Schalldruckpegel. Dies führt zur Herabsetzung der Unbehaglichkeitsschwelle (UCL): die verzerrte Signalweitergabe wird vermieden.

Die Plastizität des Gehirns erlaubt es, die Verzerrungen zu habituieren (Habituation). Die entsprechende Heilbehandlung kann demgemäß als Habituationstherapie oder Desensitivierung bezeichnet werden.

Zur Hyperakusis-Desensitivierung (oder: Schallhabituation) kann prinzipiell ein Schallsignal verwendet werden. Allerdings: Es muss sich um ein angenehmes Schallsignal handeln und die dynamische Breite (Lautstärkewechsel) des Schallsignals soll so gering wie möglich sein, damit nicht während der Exposition plötzliche Schalldruckspitzen auftreten. Deshalb ist Musik, insbesondere klassische Musik, wenig geeignet, da die Lautstärke von klassischen Musikstücken ständig wechselt. Das gleiche gilt für Umweltgeräusche, deren Geräuschpegel auch nicht zuverlässig kontrollierbar ist.

Hingegen sind Rauschsignale in der Regel angenehm und ihre Lautstärke ist präzise zu kontrollieren.

Nach Durchführung des skalierten Noiser-Testes mit einer Exposition von 60 Minuten gegenüber (verschiedenen) Rauschsignalen kann festgestellt werden, ob und welches Rauschsignal zur Therapie geeignet ist. Es gilt dann festzustellen, ob eine stationäre Signalquelle oder eine am Ohr zu tragende Signalquelle zu bevorzugen ist.




 

Therapiekonzept: Nach Differentialdiagnose der Hyperakusis und sicherer Diagnostik einer Hyperakusis einschließlich Bestimmung der Hyperakusisschwelle (UCL) beginnt die Therapie entweder mit der Schalltherapie im Hörlabor oder mit der Schalltherapie im Freifeld. An die Prozedur Schalltherapie im Freifeld schließt sich die strukturierte Schulung Schallanreicherung an. Es folgt erneut die Schalltherapie im Hörlabor. An die Sitzung Schalltherapie im Hörlabor schließt sich die strukturierte Schulung Schalltherapie sowie die strukturierte Schulung Schallanreicherung an.

Mit Erreichen von 80 dB UCL, besser 84 dB UCL, kann die Therapie abgeschlossen werden.




 

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